henk publikumMit zunehmendem Alter nützt sich der Gelenkknorpel von Hüftpfanne und Hüftkopf manchmal ab und es entwickelt sich eine Hüftgelenksarthrose. Es kommt zu einer Verdickung des Knochengewebes unter der Knorpelschicht und einer Vergrösserung der Gelenksfläche durch Bildung von Randanbauten, sogenannte Osteophyten, die das Hüftgelenk immer unbeweglicher machen. Mit dem Fortschreiten der Hüftarthrose kommt es zu den typischen Symptomen: Schmerzen bei Belastung und häufig auch in der Nacht, Schmerzhinken und einer eingeschränkten Beweglichkeit. In den Frühstadien der Arthrose kann mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden. Ist die Gelenkzerstörung jedoch derart fortgeschritten, dass Schmerzen und Bewegungseinschränkungen überhand nehmen, bietet sich die Implantation einer Hüfttotalprothese an. Nach der Implantation einer Hüfttotalprothese, können Patienten in der Regel wieder einen schmerzfreien Alltag führen, schmerzfrei Treppensteigen und oft sich sogar sportlich betätigen. Sie bleiben länger arbeitsfähig und selbstständig und aktiv.

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks gehört zu den häufigsten und erfolgreichsten operativen Eingriffen der Welt. In der Schweiz werden pro Jahr etwa 20'000 Hüfttotalprothesen implantiert. Die Operation kann sowohl in Vollnarkose als auch in einer Spinalanästhesie durchgeführt werden. Die Verankerung erfolgt wahlweise zementiert oder zementfrei. Der Operateur entscheidet dies im Rahmen der Operationsplanung zusammen mit anderen Faktoren anhand des Röntgenbildes und der Patientenuntersuchung schon lange vor der Operation. Die Nachbehandlung unterscheidet sich in Abhängigkeit von der Verankerungsart etwas, indem Patienten mit zementfrei implantierter Prothese nach der Operation ca. 6 Wochen an Stöcken entlasten müssen.

Im Spital Emmental erfolgt der Eingriff standardmässig durch einen minimalinvasiven, gewebeschonenden Zugang. Das reduziert die postoperative Rekonvaleszenzzeit und die Patienten haben weniger Schmerzen. Zu den häufigsten Komplikationen nach einer Hüftprothesenimplantation gehören Infektion, Thrombose, Bluterguss und Weichteilverkalkungen. Allen diesen Komplikationen wird bereits vor- oder kurz nach der Operation medikamentös vorgebeugt.

Neue Materialien und Prothesendesign ermöglichen eine lange Lebensdauer der Kunstgelenke, beim Hüftgelenk im Durchschnitt 20-30 Jahre. Wird ein Kunstgelenk später einmal locker, kann es auf ein grösseres gewechselt werden. Der Wechseleingriff ist allerdings etwas aufwändiger, als die Erstoperation.
Physiotherapie gehört obligat zur Nachbehandlung nach einer Erst- oder Wechseloperation. Sie ermöglicht initial nach dem Eingriff eine rasche Mobilisation, später verbessert sie die Hüftbeweglichkeit und kräftigt die Muskulatur, welche die Hüfte stabilisiert.

Im Spital Emmental werden an den Standorten Burgdorf und Langnau vom eng spezialisierten Hüftteam insgesammt 250 Hüftgelenke pro Jahr eingesetzt.    Dr. med. Henk Eijer, Chefarzt

 

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Henk Eijer

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Ronald Wanner

Tobias Wyss

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Tobias Wyss

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